Logo

FDP-Gemeindeverband Lehre -

Sprachstörungen

Deutschinnen und Deutsche

Liberalix hat sich die merkwürdige Überschrift ganz bewusst ausgedacht; dazu unten mehr.

Mit seinem „Kommentar zum Zeitgeschehen“ unter dem Titel „Frauen an die Macht!“ hat Liberalix offenbar vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen, wie man so sagt.
Umso erstaunter wird mancher sein, wenn er nach der Lektüre dieses neuen Kommentars feststellt, dass Liberalix kein Anhänger der „gendergerechten“ Sprache ist, mit der sich die Stadt Hannover jüngst besonders hervorgetan hat.

Der wichtigste Grund ist für Liberalix, dass die meisten Bezeichnungen für Frauen und Männer gar nicht unterschiedlich lauten müssen, denn sie wurden vor der neuen sprachlichen Welle weder in der einen noch in der anderen Richtung als einseitig, zu schwach oder gar als diskriminierend empfunden. Die Behauptung, bei Ausdrücken wie „Arzt“, „Lehrer“ oder „Meister“ habe man (zu „man“ gleich mehr) im Sinn gehabt, Frauen bewusst außen vor zu lassen oder sie bestenfalls nur „mitzudenken“, ist eindeutig falsch.
Selbst die sehr emanzipierten Frauen, die an den Texten unseres Grundgesetzes mitgearbeitet haben, wären nie auf die Idee gekommen, dass mit Sätzen wie den Sätzen die Männer bevorzugt und die Frauen nur mitgedacht seien: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt…“ (Art.2/Freiheitsrechte); oder in Art.3 („Gleichheit vor dem Gesetz“): „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich - Männer und Frauen sind gleichberechtigt - Niemand darf wegen seines Geschlechtes …. benachteiligt oder bevorzugt werden.“
Für einzelne Personen haben sich längst weibliche Bezeichnungen entwickelt, die bei Bedarf eingesetzt werden („Ärztin“, „Lehrerin“ usw.). Aber es gibt selten einen Grund, „Ärztinnen und Ärzte“, „Erzieherinnen und Erzieher“ oder „Kontrolleurinnen und Kontrolleure“ zu sagen - solche Wörterhaufen hemmen nur das Sprechen. Wenn eine Frau sagt, sie sei Ärztin, ist das selbstverständlich (obwohl sich in Deutschlands Osten manche Ärztin heute noch „Arzt“ und manche Lehrerin „Lehrer“ nennt).
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es nach all den Diskussionen immer häufiger sprachliche Entgleisungen wie „Delegierte und Delegiertinnen“ oder „Profiteurinnen und Profiteure“. Im NDR war vor Kurzem sogar eine Frau zu hören, die davon berichtete, dass die „Wölfinnen und Wölfe“ auf dem Vormarsch gen Westen seien…..

Jüngst sprach Andrea Nahles davon, die Bundesregierung müsse mehr für „Mieterinnen und Mieter“ tun. Liberalix fragt sich: Was soll diese aufgeblasene Formulierung? Man male sich nur mal aus, wie Andrea Nahles es ausdrückt, wenn sie „Freund und Feind“ von ihrer Politik überzeugen will….

Und nun zu „man“: Das Wort stammt aus uralten Zeiten, als das Wort „Mann“ noch „Mensch“ bedeutete und für Frauen wie Männer verwendet wurde, wie heute noch im Englischen. Deshalb ist die Schreib- oder Sprechweise „man/frau“ völlig unsinnig. „Das Schiff ging unter mit Mann und Maus“ lautet eine alte Redensart noch heute: Bedauerlicherweise können dabei auch Frauen ums Leben gekommen sein. Mit „Mann“ sind sie in dieser Redensart tatsächlich „mitgemeint“. Man (!) sagt es so, und jeder (!) versteht den Ausdruck richtig.

Besonders verrückt findet es Liberalix, „Studenten“ zu „Studierenden“ zu erklären, weil das angeblich notwendig ist, um auch die studierenden Frauen mit einem „wertschätzenden Ausdruck“ zu berücksichtigen. Denn das Wort „Studenten“ ist vom völlig neutralen lateinischen Wort „studentes“ = sich Bemühende, Strebende abgeleitet und umfasst (selbstverständlich) Frauen wie Männer. Wenn eine besondere Unterscheidung nötig ist, wird man die „Studentinnen“ sicherlich besonders erwähnen. Und so haben wir in Braunschweig jetzt ein „Studierendenwohnheim“ am Ring, im Volksmund „Affenfelsen“ genannt. Liberalix kann nur hoffen, dass niemand „Äffinnen- und Affenfelsen“ dazu sagen möchte! Bei den Abiturienten ist es genauso. Oder soll man sie jetzt „Abiturierende“ nennen?? Wenn es nötig ist, kann man die Abiturientinnen extra erwähnen, aber meistens ist es eben nicht nötig. Es erfreut nur Leute, die unsere Sprache unnötigerweise zur feministischen oder gar politischen Kampfzone erklärt haben.
Als Liberalix einst bei der Bundeswehr diente, wurden einmal sogar „Abituristen“ zum Minentragen eingeteilt. Das Wort war aus Versehen in die Welt geraten, der Befehl leider nicht.

(Den Internet-Aufruf "Schluss mit Gender-Unfug!" haben inzwischen rund 71000 Menschen unterzeichnet. Darunter auch Liberalix.)


Lehre


Die Gemeinde in der Mitte der Region Braunschweig/Wolfsburg - zwischen Forschung und Technik.

Liberale Worte

Wenn wir die EU nicht hätten, müssten wir sie erfinden. Da wir sie haben, müssen wir sie verbessern. (Wolfgang Gerhardt)

Positionen


Mitmachen


Mitmischen!

Unabhängige Köpfe gesucht! Den Weg in die FDP und zu neuen Möglichkeiten der Einflussnahme finden Sie unten ("Richtig liberal sein...").

Jetzt FDP-Mitglied werden!


Richtig liberal sein: Aktiv mitgestalten.